40-Jähriges Jubiläum
Saison 2017/18

Freitag 29.06.2018, 18:00 Uhr
ASC Neuenheim - SV Sandhausen

Es gibt doch noch deutsche Wertarbeit

Amerika-Heimkehrer Levin Sandmann vom ASC Neuenheim debütiert morgen Abend gegen den SV Sandhausen

Von Wolfgang Brück
Heidelberg. Für einen Fußballprofi gibt es Angenehmeres als die Vorbereitung auf eine neue Saison. Von viel Arbeit spricht Trainer Kenan Kocak. "Denn jetzt werden die Grundlagen für eine lange Runde gelegt", erklärt der Trainer des SV Sandhausen.


David Kiefer (Mitte) von der SG Kirchheim brachte seinen Freund Levin Sandmann (links)
mit zum ASC Neuenheim. Darüber freut sich Trainer Alexander Stiehl.
(Foto: Joseph Weisbrod)

Der 37-jährige Fußballlehrer aus Ilvesheim verhehlt nicht, dass seine Profis in unterschiedlicher Verfassung aus dem Urlaub zurückgekommen sind. Kein Wunder bei elf Neuen. Dass sich die Zahl der Zugänge beim letztjährigen Zweitliga-Zwölften noch erhöht, ist unwahrscheinlicher als die Möglichkeit weiterer Abgänge.

Erste Eindrücke vom "neuen" SV Sandhausen kann man am Freitag (ab 18 Uhr im Sportzentrum Nord in der Tiergartenstraße) beim ASC Neuenheim und am Samstag (ab 17 Uhr in der Hermann-WittmannStraße) bei der Spielgemeinschaft ASV/DJK Eppelheim gewinnen. Die ersten Sandhäuser Gegner haben eine Gemeinsamkeit: Sie zählen zum Kreis der Aufstiegsanwärter in der Fußball-Landesliga.

"Hinter uns liegt die beste Saison in der Vereinsgeschichte." Der Neuenheimer Trainer Alexander Stiehl, dessen Mannschaft am Freitag Gastgeber des Zweitligisten ist, hat allen Grund, stolz zu sein. Der Anatomie-Sportclub, der in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen feiert, schloss die Runde als LandesligaSechster ab, die Reserve schaffte den Aufstieg in die Kreisliga. In der nächsten Runde geht eine dritte Mannschaft an den Start, gespeist von der boomenden Jugendabteilung.

Klasse statt Masse lautet das Motto bei den Neuenheimer Neuzugängen. Gespannt darf man vor allem auf Levin Sandmann sein.Der Angreifer kehrte vom Studienaufenthalt in den Staaten nicht nur als "Bachelor of Business" zurück, er lieferte für die Francis Marion University in South Carolina auch deutsche Wertarbeit in Form zahlreicher Tore ab: Nämlich 33 und außerdem 14 Asists in 50 Spielen.

Sandmann, 24 Jahre alt und 1,90 Meter groß, wird sein Studium in Heidelberg fortsetzen, und dass er sich dem Anatomie-Sportclub anschloss, ist David Kiefer zu verdanken. Der 24-jährige angehende Lehrer, der vom Verbandsligisten SGK Heidelberg auf die andere Seite des Neckars wechselte, lotste seinen Freund Levin mit zum ASC. Erfahrung aus einer höheren Klasse bringt auch Dominik Räder mit. Der 30-jährige defensive Mittelfeldmann spielte zuletzt für den Bayernligisten TSV Komburg, war aber auch schon in Seligenporten in der Regionalliga unterwegs. Mit Leon Julius Ernestus, Lennart Junge (beide 19) und Philipp Knorn, dem 18-jährigen Sohn von Jugendleiter Andreas Knorn, sollen zudem Nachwuchsspieler an höhere Aufgaben herangeführt werden.

Verlassen werden Neuenheim Malte Baumann und Theo Jaspert. Jurist Baumann beginnt sein Referendariat, und Jaspert schloss sich Aufsteiger Ziegelhausen-Peterstal an. Boris Gatzky fällt vermutlich noch die gesamte Vorrunde aus. Der Kapitän erholt sich von einem Achillessehnen-Abriss.

Ein Handicap. Auch deshalb ist Alexander Stiehl zurückhaltend. Der Lehrer an der Johannes-Kepler-Realschule in Neuenheim sagt: "Für mich sind Eppelheim und Bammental die Aufstiegsfavoriten."

Gespielt wird morgen Abend, ebenso wie am Samstag in einer Woche (Anpfiff: 13 Uhr) gegen den SV Waldhof nicht auf dem Kunstrasen des Fußball-Campus, sondern auf dem Naturrasen im Sportzentrum Nord. Der SV Sandhausen bringt seinen mobilen Verkaufsstand mit, Trikots und Eintrittskarten kommen zur Verlosung, und Zweitliga-Stadionsprecher Wolfgang Hell soll für Stimmung sorgen. Stiehl ist überzeugt: "Das wird ein tolles Ereignis. Wir wollen mit einer ansprechenden Leistung zum Gelingen beitragen."

Rhein-Neckar-Zeitung vom 28.06.2018, Seite 26