ASC Neuenheim, Vorschau auf die Saison 2019/20

Vorfreude auf die Kirchheimer Derbys

Doch die Landesliga-Favoriten heißen Bammental und Neuenheim

Von Christopher Benz

Heidelberg. Sechs Spiele mehr pro Mannschaft warten in der Saison 2019/20, die am 10. August beginnt, auf die 17 Fußball-Landesligisten. Das dürfte jeden Spieler freuen, denn mit nur 26 Punktspielen war die vergangene Saison allzu schnell zu Ende.

Die Besetzung der Rhein-Neckar-Staffel lässt jedenfalls auf einen interessanten und qualitativ ansprechenden Saisonverlauf hoffen. Alleine aufgrund der Tatsache, dass mit dem SV Waldhof II eine zweite Mannschaft in die Verbandsliga aufgestiegen und mit dem SV Schwetzingen und der SGK Heidelberg zwei langjährige Ober- und Verbandsligisten abgestiegen sind, spricht einiges dafür.

Die SGK startet mit vielen Neuen aus der U19, die Verbandsliga-Meister geworden ist, sowie mit ein paar ausgebufften Kickern. Der Trainer Manuel Wengert erhält personelle Verstärkung von den Freien Turnern Kirchheim in Person von Robby Lange, und aus Heddesheim kommt der Vollblutstürmer Berkan Demiröz. Die wohl wichtigste Personalie betrifft die Rückkehr von Jonas Rehm als Co-Spielertrainer. Der 31-jährige Defensivspezialist kehrt nach einer einjährigen Stippvisite beim VfR Mannheim zu seinem Heimatverein zurück und will helfen, dass der Fall nach dem Abstieg nicht bodenlos ausfällt.

In Kirchheim blickt man auf zwei ganz besondere Partien voraus. Das Langzeit-Ziel der Freien Turner Kirchheim irgendwann in der gleichen Liga wie die SGK zu kicken ist in Erfüllung gegangen. Neben der Hoffnung auf einen einstelligen Tabellenplatz haben die Freien Turner den "Derbysieg" als Saisonziel ausgerufen.

Zwei weitere Heidelberger Stadtteil-Klubs sind der ASC Neuenheim und die DJK/FC Ziegelhausen-Peterstal. Als Zehnter, Sechster und Fünfter hat sich Neuenheim in jedem seiner bisherigen drei Landesliga-Jahren gesteigert. Die gezielte Verstärkung des ohnehin ausgewogen besetzten Kaders lässt die Anatomen hoffen. Auf den Aufstieg womöglich?

Kein Verständnis hat ASC-Trainer Alexander Stiehl für die englische Woche zum Auftakt. "Dafür gibt es überhaupt keine Notwendigkeit, schließlich befinden wir uns in der Urlaubsphase", erklärt der Lehrer und fragt deshalb, "warum spielen wir die englische Woche nicht nach den Ferien im September?"

Das bekanntermaßen schwierige zweite Jahr nach dem Aufstieg steht neben den FT Kirchheim auch der DJK/FC Ziegelhausen-Peterstal sowie dem TSV Kürnbach bevor. Die "Köpfel-Elf" aus dem Heidelberger Osten klagte die komplette Vorrunde der letzten Saison über zahlreiche Verletzungen, ehe sich die Situation im Winter entscheidend verbesserte und der Aufsteiger keine Probleme hatte, sich im sicheren Mittelfeld niederzulassen. In dieser Runde soll eine Verbesserung gelingen. Dafür haben die Verantwortlichen um den Sportlichen Leiter Sascha Haynes zahlreiche Transfers getätigt.

"Im Prinzip müssen wir da anknüpfen, wo wir aufgehört haben," weiß Kürnbachs Trainer Daniel Kreuzer, wie der erneute Klassenerhalt gelingen soll. An der Zielsetzung hat sich verständlicherweise nichts geändert. Die Kicker der 2400-Seelen-Gemeinde wollen mindestens vier Mannschaften hinter sich lassen.

Als eine der großen Enttäuschungen des letzten Jahres startet die SG ASV/DJK Eppelheim mit einer ordentlichen Portion Druck. Eine weitere Runde im unteren Mittelfeld kann nicht annähernd das sein, was sich der Verein angesichts seines Kaders ausmalt. "Um die nötige Kondition für die Runde zu erlangen, lege ich den Fokus auf die Spiele", gibt Timo Staffeldt, der in der Endphase der vergangenen Saison das Traineramt übernommen hatte, einen Einblick in seine Vorbereitungen.

Die wahrscheinlich kontinuierlichste Arbeit aller Landesligisten liefert der VfB St. Leon ab. Vor der nun beginnenden zehnten Landesliga-Spielzeit in Serie hat der VfB nur einmal keinen einstelligen Rang belegt.

In der letzten Runde fehlten dem FC Bammental und dem 1. FC Mühlhausen nicht viel zur Vizemeisterschaft. Beim FCB hat ab sofort Jens Großmann das Sagen. Der 39-Jährige hat bis 2016 jahrelang erfolgreiche Arbeit beim 1. FC Dilsberg abgeliefert, ehe er im Nachwuchsbereich des SV Sandhausen nicht minder erfolgreich weiterarbeitete. In Bammental findet er eine gefestigte Mannschaft vor, die das Zeug zum Aufstieg hat.

"Wir wollen uns weiterhin in der Spitzengruppe der Landesliga etablieren und unseren Zuschauern attraktiven Fußball bieten", sagt Christian Thome, der zusammen mit dem Spielertrainer Steffen Kretz das Sagen in Mühlhausen hat: "Ich bin auf einen sehr motivierten Verein und auf einen tollen Kader mit talentierten und hungrigen Spielern getroffen."

Aus dem Sinsheimer Kreis schnuppert der TSV Neckarbischofsheim zum ersten Mal überhaupt Landesliga-Luft. Dagegen ist der FC Badenia St. Ilgen nach nur einem Jahr Auszeit zurück. Die namhaft besetzte Elf hat dem Druck standgehalten und sich als Meister ihren Landesliga-Startplatz gesichert. Dort weht jedoch ein anderer Wind und stellt dem FC Badenia eine anspruchsvolle Aufgabe, die er mit dem Ergebnis Klassenverbleib lösen sollte.

Die Landesliga Rhein-Neckar
Die Fußball-Landesliga Rhein-Neckar startet am 10. August 2019 mit 17 Mannschaften in die Saison 2019/20, die am 30. Mai 2020 zu Ende geht. Die Winterpause beginnt am 2. Dezember 2019 und geht am 28. Februar 2020 zu Ende. Der Meister steigt direkt in die Verbandsliga Nordbaden auf. Der Vizemeister bestreitet Relegationsspiele mit den Vizemeistern der Staffel Mittelbaden und Odenwald sowie dem Tabellenvierzehnten der Verbandsliga. Die drei letztplatzierten Mannschaften steigen direkt in die Kreisligen ab. Der Tabellenvierzehnte bestreitet Relegationsspiele mit den Vizemeistern der Kreisligen Heidelberg, Mannheim und Sinsheim um einen Platz in der Landesliga.
CPB

ASC Neuenheim
Sportplatz: Tiergartenstraße 124, 69120 Heidelberg.
Trainer: Alexander Stiehl; Co-Trainer: Marcel Hofbauer (ASV/DJK Eppelheim)
Kader, Tor: Sven Goos, Jonas Kürsch (Ludwigshafener SC), Dominik Sandritter
Abwehr: Medin Dokara, Philipp Knorn, Dominik Räder, Lucas Ring, Steffen Rittmeier (TSG Eintracht Plankstadt), Fabian Springer, Vincenzo Terrazzino
Mittelfeld: Marcel Hofbauer (ASV/DJK Eppelheim), Lukas Kanuscak, Alexander Kerber (1. FC Mühlhausen), David Kiefer, Oliver Kubis (Klein-Winter), Soh Kuschida, Marcus Meyer (FCA Walldorf), Jannik Muthny, Patrick Schleich
Angriff: Stefan Berger, Felix Dipper, Christoph Kazmaier (1. FC Mühlhausen), Levin Sandmann
Abgänge: : Nazmi Bulut (Türkspor Mannheim), Stefan Ginter (ASC II), Caner Tilki (DJK/FC Ziegelhausen-Peterstal), Michael Rebmann (SG Mauer), Ugur Beyazal (VfL Neckarau)

Heidelberger Nachrichten vom Donnerstag, 8. August 2019, Seite 25