A-Jugend-BFV-Pokal
Saison 2016/17

Badenfighter zeigten sich von ihrer besten Seite

ASC Neuenheim unterliegt dem hohen Favoriten und Oberliga-Aufsteiger 1. CfR Pforzheim im Viertelfinale des bfv-A-Junioren-Pokals überraschend knapp 2:3 (1:2)

Raus mit Applaus: Nach dem unverhofften Rauschmiss der Verbandsligisten SG Siemens Karlsruhe (6:5. n. E.) und VfB Bretten (2:0) aus dem bfv-Pokal war im Viertelfinale Endstation für die Badenfighter der Neuenheimer U 19. Um so bemerkenswerter, wie teuer die A-Junioren von Trainer Miguel Bernal und "Co" Max Knorn gegen den Beinahe-Meister der Verbandsliga und Aufsteiger in die Oberliga ihre Haut verkauften! Gegen die mit der Visitenkarte von 16 Siegen in 17 Punktspielen und einem 6:0-Kantersieg gegen den VfR Mannheim angereisten Gäste hielt der krasse Außenseiter so erstaunlich gut mit, dass das weiße Nachwuchsballett aus der Goldstadt angesichts ihrer hauchdünnen Führung von nur einem Tor sogar den Schlusspfiff herbei sehnten.


(Foto: Joseph Weisbrod)

Nach 0:2-Rückstand verkürzt Elfmeter-Mann Samuel Ruland vor der Pause!

Die gut 100 Zuschauer auf dem Fußballcampus sahen hohe Spielkultur und Oberklasse-Akteure, die durch die Bank über eine beeindruckende Ballbehandlung, Passgenauigkeit und Grundschnelligkeit verfügen. Andererseits musste die ASC U 19 sich mit ihren eigenen Qualitäten in Defensive und Offensive keineswegs verstecken. Schon in der 12. Minute sorgte ein Freistoß von Standard-Artist Samuel Ruland für Adrenalin im CfR-Strafraum. Drei Minuten später landete einer der rasiermesserscharfen XXL-Abschläge von ASC-Torwart Dominik Wenz bei Chefangreifer Philipp Knorn. Der Kapitän scheiterte in letzter Sekunde am reaktionsschnellen CfR-Keeper Niclas Mummert (15.). Doch dann schlug der Favorit wie eine Kobra zu. Der quirlige Jan Mörgenthaler konnte sich die Ecke zum 0:1 aussuchen (20.).

Die nächsten Offensivaktionen steuerte der ASC zu dieser sehenswerten Partie bei. Wieder sorgte ein Freistoß von Mittelfeldstratege Samuel Ruland für Turbulenzen (22.) Und der rasende Außenbahner Cornelius Höschle schloss einen variablen vorgetragenen Angriff mit einem beherzten Flachschuss ab (27.). Nachdem der drahtige AbwehrLeader Linus Dosch einen Schuss gerade noch vor der Linie klären konnte, waren er und seine Kollegen bald darauf machtlos. Nach einer raffinierten Finte und tödlichem Durchstecher von Pforzheims Goldgetter Besart Krasinci konnte der physisch und technische starke Elfer Arber Bequiri auf 0:2 erhöhen (32.).

Doch die von Miguel Bernal glänzend gebrieften Junganatomen mit dem Logo von Trikotsponsor "Heidelberger Volksbank" auf der gelben Brust bahnten sich weiter unbeirrt ihren Weg frei. Dieses Mal klappte es mit der Wunderwaffe: Nach einem wohldosierten Freistoß von Samuel Ruland ging Philipp Knorn in der Strafraummitte zu Boden. Der hochqualifizierte Verbandsliga- und Ex- Regionalliga-Schiedsrichter Stefan Faller, der mit der fairen Partie keinerlei Mühe hatte, deutete sofort auf den Punkt. Samuel Ruland, dessen Vater Johannes einst für den ASC Tore am Fließband schoss, verwandelte den Foulelfmeter präzise wie eine Digitaluhr zum 1:2-Anschluss unmittelbar vor der Pause (44.). Nach dem Anschlusstreffer zum 2:3 sehnen sich die Favoriten nach dem Abpfiff!

Nach einer knappen Stunde, in der Neuenheim dem technisch überlegenen Gast vor allem läuferisch, organisatorisch und kämpferisch die Stirn bot, schien die Vorentscheidung für den Favoriten zu fallen. Eneut Zauberfuß Arber Beqiri zirkelte einen Freistoß kunstvoll ins lange Eck (58.). Kurz darauf fast das 1:4. Doch ASC-Keeper Dominik Wenz konnte dem allein auf ihn zustürmenden Salman Can Torun den Ball vom Fuße pflücken (60.) und einen weiteren Freuschuss entschärfen (67.).

Wie schon in den vorigen Pokalspielen bewiesen die Bernal-Bravehearts ihre Never-Give-Up-Mentalität. Und verdienten sich fünf Minuten vor dem Ende den Anschlusstreffer. Die Autorenschaft lag beim selben Duo wie beim ersten ASC-Tor. Nach einem Foul an Philipp Knorn zeigte Samuel Ruland erneut keine Nerven und verwertete auch seinen zweiten Strafstoß so sicher wie das Amen in der Kirche (85.).

Kreispokalfinale gegen SG HD-Kirchheim am 1. Juni!

Letztlich reichte es zwar nicht mehr zum Ausgleich und zur Verlängerung: Doch ASC-Coach Miguel Bernal versuchte in seinem feurigen Fazit jegliche Enttäuschung aus den Köpfen der Spieler zu vertreiben. Statistisch war das 2:3 zwar eine Niederlage, doch von der Teamleistung her ein gefühlter Sieg für den Underdog. Und ein Ansporn für den Kampf um den Landesliga-Aufstieg und für das Heidelberger Kreispokalfinale am 1. Juni gegen die SG HD-Kirchheim!

ASC Neuenheim: Dominik Wenz Linus Dosch, Dorian Weiße Mare, Max-Philipp Dörr, Felix Viktor Dipper, Samuel Ruland, Anton Radecker (50. Elias Houbali), Cornelius Höschle (77. Amadu Yallow), Leon Julius Ernestus (71. Nicolas Schilz), Philipp Knorn (C), Anton Kallenbach (77. Leon Constantin von Schaabner)

1. CfR Pforzheim: Niclaus Mummert David Stojic, Tolga Öztürk (71. Mario Bottazzo), Vittorio Cali (68. Loris Fischer), Daniel Werner, Jan Mörgenthaler (64. Dennis Öztürk), Salman Can Torun, Besart Krainci, Arber Beqiri, Dennis Frik, Luka Stojic (75. Blend Musa)

Joseph Weisbrod

Ergebnisse der 3. Runde