Unseren Chefcoach zum Saisonfazit der ERSTEN
Linus, jetzt wo die Saison so stark auf Platz 6 abgeschlossen wurde, ganz ehrlich: Was hast du dir beim Saisonstart im August ausgerechnet für deine Mannschaft?
Unser Ziel war ganz klar der Klassenerhalt. Alles andere war vorab extrem schwer einzuschätzen, weil ein Großteil der Mannschaft direkt aus der Jugend zu uns kam und keine Erfahrung im Herren- oder Landesliga-Bereich hatte. Hinzu kam die Besonderheit mit der 18er Liga, vier direkten Absteigern und einem Relegationsplatz. Da war von Anfang an klar: Du musst eigentlich im gesicherten Mittelfeld landen, um bis zum Schluss nichts mit dem Abstiegskampf zu tun zu haben. Der Start und die Hinrunde hat uns daher überhaupt nicht überrascht und war auch keine Enttäuschung, sondern wir lagen genau in dem Bereich, in dem wir uns selbst zu diesem Zeitpunkt gesehen haben. Mit den Anpassungen im Kader und der tollen persönlichen Entwicklung der Jungs über die Saison hinweg sind wir sehr zufrieden. Die starke Rückrunde war das Ergebnis dieser harten Arbeit.
Du hast in der Rückrunde sehr viel rotiert und so gut wie nie mit der Startelf der Vorwoche begonnen. Wie habt ihr es geschafft, trotzdem nicht den Flow zu verlieren?
Wir hatten zwei sehr unterschiedliche Halbserien. In der Hinrunde hatten wir einen recht kleinen Kader und zusätzlich enormes Verletzungspech. Dadurch hat sich die Mannschaft quasi von alleine aufgestellt. Wir hatten Spiele, in denen mir gerade einmal elf gesunde Spieler zur Verfügung standen und die Bank komplett mit Jungs aus der eigenen Jugend oder der zweiten Mannschaft aufgefüllt wurde. Da ging es manchmal eher darum, wer überhaupt einsatzfähig ist und auf welcher Position spielt, als darum, wer taktisch von Anfang an beginnt. In der Rückrunde hatten wir dann eine völlig andere Situation: Wir haben im Winter gezielte Anpassungen vorgenommen und super Jungs dazubekommen, die uns sofort verstärkt und auf ein neues Level gehoben haben. Zudem kamen einige Verletzte zurück. Plötzlich hatten wir einen enormen Konkurrenzkampf mit über 20 Spielern im Training. Da standen Woche für Woche harte Personalentscheidungen an. Wir haben es über eine gesunde Rotation geschafft, vielen Spielern wichtige Spielzeit zu geben. Das hat den internen Konkurrenzkampf hochgehalten und die Intensität – sowohl unter der Woche im Training als auch am Wochenende im Spiel – extrem positiv beeinflusst.
Gab es ein besonderes Highlight-Spiel, das deinem Ideal von Fußball am meisten entsprach?
Für mich gab es in der Hinrunde zwei Schlüsselspiele. Zum einen das Spiel gegen Dossenheim – das war die erste Partie, in der es offensiv bei uns richtig „klick“ gemacht hat und wir unsere Torchancen eiskalt verwertet haben, was uns bis dahin noch sehr schwergefallen war. Zum anderen das Rückspiel gegen Eppelheim noch vor der Winterpause: Ein fantastischer Kampf und eine krasse, geschlossene Mannschaftsleistung mit der absoluten Mentalität, dieses Ding mit 3:2 zu gewinnen. Das war ein emotionales Highlight! In der Rückrunde hatten wir dann einige Partien, in denen wir deutlich dominanter aufgetreten sind als noch im vergangenen Jahr, was eine super Entwicklung zeigt. Wenn man die Ergebnisse und die Spielverläufe aus der Hinrunde mit den Rückspielen gegen Teams wie Gartenstadt, Ketsch oder Kirchhardt vergleicht, sieht man ganz deutlich, welchen riesigen Schritt wir als Mannschaft gemacht haben.
Kleiner Ausblick: Kannst du uns schon den ein oder anderen Neuzugang für die neue Saison verraten?
Sie werden bald vorgestellt, aber ich kann schon mal verraten: Wir freuen uns auf Tiziano Corrado, der von Waldhof II zu uns stößt, sowie auf Milan Pignotti, der aus Eppelheim kommt und unsere Offensive verstärken wird. Außerdem kommen mit Jonathan Golinets und Luca Will zwei hochtalentierte Jungs aus der A-Jugend der SG Heidelberg-Kirchheim zu uns.
Warum lohnt es sich in der neuen Saison, raus an den Fußballcampus zu kommen, um sich den ASC anzuschauen?
Unser Ziel für diese und die kommenden Jahre ist ganz klar definiert: Wir wollen im Heidelberger Raum die erste Anlaufstelle für ambitionierte, junge Spieler sein, die frisch aus der Jugend kommen. Bei uns können sie sich auf gutem Niveau präsentieren, sich in einem familiären Vereinsumfeld wohlfühlen und sich womöglich auch für höhere Aufgaben weiterentwickeln und ausbilden lassen. Da haben wir natürlich in erster Linie unsere eigenen A-Jugendlichen im Blick. Wir wollen aber auch Talenten von anderen Vereinen, die dort aufgrund etablierter Altersstrukturen im Herrenbereich vielleicht nicht so leicht auf Spielminuten kommen, die Möglichkeit bieten, sich bei uns schnell weiterzuentwickeln und den nächsten Schritt zu gehen. Wer ehrlichen, hungrigen und dynamischen Offensivfußball sehen will, ist bei uns am Campus genau richtig!
Vielen Dank dir!

